Torsten Frings ist mit sofortiger Wirkung neuer Cheftrainer des SV Darmstadt 98. Dies bestätigten sowohl der Klub wie auch der langjährige Bremer inzwischen offiziell. Der 40-Jährige unterzeichnet einen Vertrag bis zum 30. Juni 2018. Das Arbeitspapier von Frings, der im Spätsommer bei Werder Bremen als Co-Trainer von Viktor Skripnik gemeinsam mit seinem Chef entlassen wurde, gilt ausdrücklich für die erste und zweite Liga. Der 40-Jährige soll zwar den Klassenerhalt schaffen, erhält aber laut der Planung auch die Chance, sich im Unterhaus zu beweisen.

Darum fiel die Wahl auf Frings
Top-Kandidat war Frings nicht bei Darmstadt. Eigentlich wollten die Lilien Holger Stanislawski verpflichten, doch der zog es vor, weiterhin einen Supermarkt in Hamburg zu führen. Am langjährigen Bremer und vielfachen Nationalspieler Frings habe man dann als erste Alternative gedacht, erläutert Klub-Präsident Rüdiger Fritsch. Man schätze die „Geradlinigkeit und Authentizität“, die der 40-Jährige verkörpere.

Frings erklärte, er sei sehr glücklich, dass die Verantwortlichen der Lilien ihm die Chance gegeben hätten. Er brenne auf „die Herausforderung in diesem speziellen Klub.“ Bei Werder hatte der frühere Mittelfeldspieler eigentlich offiziell noch einen Vertrag. Jenen lösten die Bremer aber sofort auf. Die sei „für uns selbstverständlich gewesen“, so Werder-Manager Frank Baumann, wissend, dass die Hanseaten nun das Gehalt einsparen.

Kommt auch ein Nachfolger für Fach?
Frings bekommt als Co-Trainer Stefan Leitl an die Seite gestellt, der von 2004 bis 2007 für Darmstadt spielte. Derzeit ist jener noch U23-Coach beim FC Ingolstadt. Spätestens im Sommer soll der Wechsel passieren, die Lilien würden ihn aber gerne sofort verpflichten. Am 3. Januar zum Trainingsstart soll er eigentlich an Frings’ Seite arbeiten.

Offen ist damit noch die Frage, ob auch ein Nachfolger für die entlassenen Manager Holger Fach kommt. Ursprünglich war angedacht, dass der neue Trainer den Job in Personalunion übernehmen würde – wie beispielsweise Schuster es getan hatte. Ob man Frings dies zumuten möchte, der keine Erfahrung als Cheftrainer und nicht einmal einen ersten Eindruck von der Arbeit als Sportchef hat, ist jedoch fraglich.