Es kam wie es sich seit Wochen angedeutet hatte mit Türkgücü München: Der Verein hatte schon im Januar einen Insolvenzantrag gestellt. Damals hofften die Verantwortlichen jedoch noch, einen Investor zu finden. Dies gelang dem Drittligisten jedoch nicht, wie dieser nun eingestehen musste. „Trotz aller Anstrengungen konnte kein Geldgeber gefunden werden“, räumte der Verein in einer offiziellen Stellungnahme ein und kündigte deshalb an, sich vom Spielbetrieb zurückzuziehen. Der DFB annullierte aus diesem Grund alle Partien mit Beteiligung der Süddeutschen.

Saarbrücken wird besonders hart bestraft

Der Umgang des Verbands mit dem Rückzug der Münchner produziert einen Effekt, den es eigentlich nicht geben sollte: Saarbrücken, bislang auf Platz 3, verliert sechs Zähler und rutscht auf Platz 4 ab. Braunschweig büßt nur drei Punkte ein und klettert auf den Relegationsrang. Anders ausgedrückt: Sportliche Gewinner werden ohne eigene Schuld zu Verlierern – und umgekehrt. Das Aufstiegsrennen wird dadurch noch einmal erheblich durcheinandergewirbelt. Die besonders hart getroffenen Saarländer möchten dies nicht einfach hinnehmen und kündigen rechtliche Schritte an.

Saarbrückens Argument für den Gang vor Gericht

Tatsächlich scheint es für den DFB in dieser Situation keine wirklich gute Lösung zu geben. Die Annullierung der Partien mit Beteiligung der Münchner ist vermutlich noch das fairste Verfahren. Allerdings merkt Saarbrücken an, dass es nicht ganz so einfach ist – und hat seinerseits ein gutes Argument. Aber der Reihe nach: Der DFB argumentiert, dass mit der Streichung der Partien sichergestellt ist, dass lediglich die Spiele von Mannschaften gewertet werden, die tatsächlich die Spielzeit beenden. Saarbrücken hält dagegen, dass es aber Sperren aus den Spielen gegen die Münchner gab, die Folgewirkungen für die anderen Partien hatten. Die Annullierung bewirke deshalb keine Fairness. Es wird spannend zu sehen, wie das Sportgericht diesen komplexen Sachverhalt bewertet.